Jahresbericht 2025

Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die Pensionskasse Stadt Luzern (PKSL) insgesamt sehr positiv und die Verantwortlichen freuen sich, den höchsten Deckungsgrad der 107-jährigen Geschichte der Pensionskasse zu präsentieren. So wurde der Zieldeckungsgrad von 121 % im Dezember 2025 erreicht. Die notwendigen Wertschwankungsreserven sind damit geäufnet und die PKSL verfügt über die volle Risikofähigkeit.

Das Erreichen des Zieldeckungsgrades lässt sich mit einer anspruchsvollen Bergtour vergleichen: Dank einer eingespielten Seilschaft, einer sorgfältigen Routenplanung und einer verlässlichen Navigation konnten die gesteckten Ziele bzw. der Berggipfel erreicht werden. Wie bei einer Bergtour können sich auch an den Finanzmärkten die äusseren Bedingungen rasch verändern. Das erfordert Agilität, vorausschauendes Handeln und gegebenenfalls Routenänderungen, ohne jedoch das Ziel aus den Augen zu verlieren. So wirkten sich der Zollhammer im Frühjahr 2025 sowie die geopolitischen Spannungen spürbar auf die Marktvolatilität aus. Trotz diesen Unsicherheiten entwickelten sich die Finanzmärkte aufgrund der sinkenden Zinsen und stabiler Unternehmensdaten positiv. Die Vermögensanlagen der PKSL realisierten in diesem unsicheren Marktumfeld eine starke Performance von 6.2 %.

Wie in den Vorjahren konnten die Altersguthaben der Versicherten über dem gesetzlichen BVG-Mindestzins von 1.25 % mit insgesamt 3.00 % verzinst werden. Die Pensionskommission hat im Dezember 2025 entschieden, dass die Versicherten wiederum vom positiven Geschäftsverlauf 2025 mit einer soliden Verzinsung von 3.00 % profitieren sollen.

Wie andere Sozialversicherungswerke ist die PKSL im Leistungsbereich mit einer anhaltend hohen Anzahl von gemeldeten Krankheits- und Arbeitsunfähigkeiten konfrontiert. Dies hatte negative Auswirkungen auf den Schadenverlauf sowie auf die Höhe der zu bildenden Rückstellungen.

Die Jahresrechnung 2025 weist insgesamt einen Ertragsüberschuss von CHF 56.5 Mio. aus. Dieser Überschuss wurde für die weitere finanzielle Stärkung der Pensionskasse grösstenteils der Wertschwankungsreserve zugeführt. Der überschiessende Teil von CHF 0.9 Mio. konnte den freien Mittel zugewiesen werden. Der Deckungsgrad ist von 118.1 % auf sehr erfreuliche 121.1 % gestiegen und übertraf erstmals den Zielwert von 121 %.

Anlagetätigkeit und Performance

Nach zwei Jahren (2023 und 2024), in denen die PKSL aufgrund ihrer traditionell hohen Privatmarktquote hinter der eigenen Benchmark und dem Durchschnitt der Schweizer Pensionskassen zurückblieb, konnte sie 2025 beide Messlatten wieder übertreffen. Mit einer Gesamtperformance von 6.2 % lag die PKSL leicht vor ihrer Benchmark (6.1 %) und deutlich über dem UBSPensionskassenPerformanceIndex (5.8 %). Getrieben war diese Performance hauptsächlich vom Schweizer Immobilien-portfolio der PKSL, wobei insbesondere das direkte Immobilienportfolio sowie die kotierten Immobilienaktien wesentliche Performancebeiträge lieferten. Die PKSL wird ihre Fokussierung auf Real- und Privatmarkt-Werte entsprechend der zuletzt durchgeführten ALM-Studie in den nächsten Jahren weiterverfolgen. So befinden sich beispielsweise die Quoten für Infrastruktur und Private Equity immer noch im Auf- bzw. Ausbau. Ebenfalls fortsetzen wird die PKSL ihre konsequente Rebalancing-Strategie. Diese führt zu einem antizyklischen Anlageverhalten und hat sich im Zuge der zollbedingten Turbulenzen ausbezahlt, als die PKSL praktisch am Höhepunkt der Krise Aktien zugekauft hat.

Im Bereich des eigenen Immobilien-Portfolios konnten im Februar 2025 die 53 Wohnungen des Neubauprojekts Würzen-
bachmatte 6 in Luzern an die Mieterschaft übergeben werden. Aufgrund der Altersstruktur der Immobilien ist bereits das nächste Grossprojekt in Planung – an der Adligenstrasse in Emmenbrücke werden zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 102 Wohnungen einer umfassenden Sanierung unterzogen. Der Baustart ist für den März 2027 geplant. Die Sanierung wird in zwei Etappen vorgenommen und sollte innert zwei Jahren abgeschlossen werden.

Trotz der Erfolge im Anlagebereich und dem Erreichen der vollen Risikofähigkeit mahnt der jüngst eskalierte Konflikt im Iran zur Vorsicht. Korrekturen können jederzeit rasch und heftig ausfallen, so wie der Wetterumschwung in den Bergen. Die aufgebauten Reserven schmelzen dann gefühlt so schnell wie Schnee an der Frühlingssonne. Von essenzieller Bedeutung im Anlagebereich bleibt daher eine fundierte, auf die Verpflichtungen abgestimmte und langfristig ausgerichtete Anlagestrategie. Sie dient den Verantwortlichen insbesondere in turbulenten Zeiten als verlässliche Richtschnur.

 

Verzinsung Altersguthaben in den Jahren 2025 / 2026

Der Bundesrat hatte den BVG-Mindestzinssatz für das Jahr 2025 erneut bei 1.25 % festgelegt. Die PKSL gewährt wie in den Vorjahren eine höhere Verzinsung. Im Jahr 2025 wurden die Altersguthaben mit 3.00 % verzinst und aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs wurde für das Jahr 2026 ebenfalls eine Verzinsung von 3.00 % festgelegt.

 

Technische Grundlagen / Berechnungen Rückstellungen

Der Experte hat eine Anpassung bei den technischen Grundlagen empfohlen. Aufgrund des gesunkenen und stagnierenden Zinsniveaus wurde der technische Zinssatz für die Bewertung der Rentenverpflichtungen um 0.25 % auf 1.50 % reduziert. Die Bewertung der Rentenverpflichtungen werden weiterhin auf der Grundlage VZ2020 Generationentafel berechnet. Die Überarbeitung der Grundlagen steht jedoch bevor. Wie in den Vorjahren werden die notwendigen technischen Rückstellungen jeweils auf dem gültigen Rückstellungsreglement per Ende Dezember aufgrund des aktuellen Versicherten- und Rentenbestandes neu gerechnet. Im Geschäftsjahr 2025 erhöhte sich der Versichertenbestand um 157 auf 4245 Personen - eine ebenfalls erfreuliche Entwicklung.


Pensionierungsverluste / Schadensverlauf

Dank der Umwandungssatzsenkung auf 5.00 % im Alter 65 mit der Reglementsanpassung per 1.1.2023 konnten die Pensionierungsverluste in den letzten drei Jahre massiv reduziert werden. Die geltenden Umwandlungssätze benötigen einen technischen Zinssatz von 2.40 % (vormals 3.35 %). Daraus resultierten für das Jahr 2025 Pensionierungsverluste in der Höhe von rund CHF 3.8 Mio. Im Vorjahr waren dies CHF 3.4 Mio., welche durch die laufenden Erträge der Pensionskasse finanziert werden. Im Geschäftsjahr musste die PKSL wiederum eine markante Anzahl von gemeldeten latenten IV-Fällen feststellen. Die Zunahme in den letzten Jahren betrifft nicht nur die PKSL, sondern ist eine allgemeine Tendenz bei den Sozialversicherungswerken. Die Rückstellung für die latenten IV-Fälle beträgt CHF 18.5 Mio.

 

Unveränderte Strategie zur Teuerungsanpassung auf den Renten

Da der Zielwert der Wertschwankungsreserve im Entscheidungszeitpunkt (Nov. 2025) noch nicht ganz erreicht war, standen keine Mittel für eine Teuerungsanpassung der Renten zur Verfügung. Weiter verharrte die Teuerung gemäss dem Landesindex auf tiefem Niveau (Teuerung 2025 = 0.2 %). Die PKOM hat darum im Dezember 2025 beschlossen, auf den Rentenleistungen keine Teuerungsanpassung für das Jahr 2026 zu gewähren.

 

Ertragsüberschuss / Wertschwankungsreserve

Die Wertschwankungsreserven werden gebildet, um mögliche Verluste bei den Vermögensanlagen aufzufangen. Die Berechnung basiert auf finanzökonomischen Grundlagen. Die PKOM hat die Zielgrösse der Wertschwankungsreserve bei 21 % des notwendigen Vorsorgekapitals festgelegt. Der im Jahr 2025 resultierende Ertragsüberschuss von CHF 56.5 Mio. wurde bis zur Zielgrösse von
21 % der Wertschwankungsreserve zugeführt. Der überschiessende Teil von CHF 0.9 Mio. konnte den freien Mitteln zugewiesen werden. Per Ende 2025 beträgt die Wertschwankungsreserve CHF 339.6 Mio. und ist erstmals in der Geschichte der PKSL auf dem Niveau des Zielwertes von 21 %. Dies bedeutet für die PKSL eine volle Risikofähigkeit.

 

Ein bewährtes und engagiertes Team

Pensionskommission (PKOM)

Die 13 gewählten bzw. bestätigten Mitglieder der Pensionskommission (PKOM) sind engagiert in die neue Amtsperiode
2025–2028 gestartet. Die PKOM wird seit 2020 von Felix Graber, Arbeitgebervertreter, präsidiert. Im Frühjahr 2025 entstand bei der Arbeitnehmendenvertretung des Wahlkreises der angeschlossenen Betriebe aufgrund des Austritts von Irène Erni (Viva) eine Vakanz. An der PKOM-Sitzung vom 5. Mai 2025 wurde Fernanda Schürmann (Viva) in stiller Wahl als neues Mitglied der PKOM bestätigt. Die Pensionskommission sowie ihre beiden Ausschüsse treffen sich regelmässig und befassen sich mit strategischen Themen sowie den unübertragbaren Aufgaben gemäss BVG. Im Berichtsjahr fanden insgesamt 18 Sitzungen statt.

Geschäftsstelle

Insgesamt sind 16 Mitarbeitende für die Pensionskasse tätig. Die operative Führung der Pensionskasse obliegt einer fünfköpfigen Geschäftsleitung unter dem Vorsitz der Geschäftsführerin Yolanda Wespi Tizianel. Die PKSL verfügt über langjährige Fachkräfte, die ihre Aufgaben engagiert wahrnehmen. Im Berichtsjahr kam es aufgrund einer vorzeitigen Pensionierung zu einem personellen Wechsel im Bereich Immobilien. Ebenso konnte erfolgreich der Rekrutierungsprozess für den per April 2026 geplanten Wechsel in der Geschäftsleitung im Bereich Immobilien mit der Anstellung von Luzia Bärtschi als Nachfolgerin von Matias Müller abgeschlossen werden.

Motivation und Herzblut für die berufliche Vorsorge

Was all die erwähnten Personen gemeinsam haben, ist die Freude und das Herzblut für die berufliche Vorsorge. Die PKSL präsentiert sich insgesamt als moderne, solide und nachhaltig ausgerichtete Vorsorgeeinrichtung, die sich ihrer Verantwortung hinsichtlich der anvertrauten Vermögenswerte bewusst ist. Verschiedene politische Vorstösse und Volksabstimmungen zur Altersvorsorge, zur Wohnraumpolitik in der Stadt Luzern oder Sparprogramme des Bundes sowie teilweise erhöhte Erwartungen an die Rolle von Pensionskassen beeinflussen die strategische Agenda der PKSL. Ungeachtet dessen nimmt die PKSL ihre Verantwortung auf allen Ebenen wahr und setzt alles daran, ihre Stärken auch künftig zugunsten der Versicherten und Rentenbeziehenden wirkungsvoll und im aktiven Dialog mit den verschiedenen Anspruchsgruppen einzusetzen.

 

Dank und Ausblick

Mit dem Blick vom erreichten Gipfel stellen wir fest, dass sich unser konsequentes Vorgehen und das Engagement gelohnt haben. Gleichzeitig gibt uns dies neue Perspektiven und eine klare Weit- und Umsicht für die künftigen anstehenden Herausforderungen und Chancen. Die Pensionskommission und die Geschäftsführung danken allen Versicherten und Rentenbeziehenden sowie der Stadt Luzern und den angeschlossenen Arbeitgeberinnen für das entgegengebrachte Vertrauen und für die Unterstützung bei der Verfolgung der langfristigen und nachhaltigen Ziele der PKSL. Unseren Mitarbeitenden sprechen wir ein herzliches Dankeschön für ihre motivierte und kompetente Leistung im vergangenen Geschäftsjahr aus und freuen uns, die eingeschlagene Route gemeinsam weiterzugehen. Durch eine umsichtige Planung, guter Ausrüstung und dem gefestigten Teamzusammenhalt werden wir auch die kommenden Anstiege und Gipfel erfolgreich bezwingen können.

An der jährlichen Versichertenversammlung, welche dieses Jahr am Dienstag, 9. Juni 2026 in den Räumlichkeiten des Armee-Ausbildungszentrums Luzern (AAL), 6005 Luzern stattfindet, geben wir einen Ein- und Ausblick in die Tätigkeit der PKSL und geniessen gemeinsam ein Abendessen – hoffentlich bei schönem Wetter und klarer Sicht. Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen der aktiv Versicherten.

Felix Graber
Präsident

Yolanda Wespi Tizianel
Geschäftsführerin

Zahlen und Fakten 2025

#

1 985Mio.

VERMÖGEN
(2024: 1 883 Mio.)

#

121.1%

DECKUNGSGRAD
(2024: 118.1 %)

#

4 245

VERSICHERTE
(2024: 4 088)

#

3.00%

VERZINSUNG
ALTERSGUTHABEN
(2024: 2.00 %)

#

6.2%

PERFORMANCE
(2024: 7.2 %)

#

340  Mio.

WERTSCHWANKUNGS­RESERVEN
(2024: 284  Mio.)

#

2 430

RENTENBEZIEHENDE
(2024: 2 407)

#

19

ARBEITGEBERINNEN
(2024: 19)

Finanzbericht 2025

Aktuelles und weitere Informationen

 

Downloads

  • Kurzbericht zum Geschäftsjahr 2025 pdf
  • Geschäftsbericht 2025 pdf